Bandhistorie
Der Grundstein für die Gründung von "unplaqued" wurde streng genommen bereits im Jahr 1995 gelegt. Die Eifelrockgruppe Wibbelstetz suchte einen Ersatz für Werner Dederichs, der einige Zeit pausieren musste. Die Wahl fiel nach kurzer Suche auf Rolf Krüger (wegen drohender Verwechslungsgefahr nachfolgend „Rolv“ genannt), der damals noch mit der Tanzkapelle „The Cadillacs“ die Eifeler Kirmeszelte unsicher machte. Der erste Kontakt zwischen Werner, Rolv und Wibbelstetz-Bassist Mario Derichs war also geknüpft.
Es muss im Herbst 2002 gewesen sein als Mario (den es musikalisch nach seinem Ausstieg bei Wibbelstetz wieder in den Fingern juckte) und Rolv versuchten eine Band auf die Beine zu stellen. Beide waren mittlerweile in Job und Familie fest etabliert, wollten aber doch nicht ganz aus der Übung kommen. Den Rock´n Roll Olymp zu erobern stand nicht zur Diskussion, aber Spaß sollte es schon machen und auf keinen Fall stressig werden. Das Ziel war also Mitstreiter zu finden, deren Motivation Musik zu machen möglichst deckungsgleich war. Nach einem etwas enttäuschenden Versuch mit einem Drumer und einem Keyboarder, deren musikalische Ausrichtung sich jedoch schnell als etwas einseitig herausstellte, standen Mario und Rolv wieder am Anfang. Allerdings jetzt mit einer sehr klaren Vorstellung was die Band nicht(!) sein sollte ...
Ungefähr zur gleichen Zeit an einem anderen Ort, trafen sich Werner und sein Freund Rolf Scherfgen (im folgenden „Rolph“ genannt) regelmäßig zum Proben. Die beiden hatten schon in den frühen neunziger Jahren miteinander Musik gemacht und jetzt, nachdem Rolph wieder ins Euskirchener Umland gezogen war, ließ man die alten Zeiten wieder aufleben. Wir können uns nicht mehr genau erinnern ob Werner oder Mario zum Telefonhörer griff um den entscheidenden Anruf zu tätigen, fest steht dass wir uns im Frühjahr 2003 zu einer ersten Probe in Werners Garten trafen.
Die vier Gründungsmitglieder verstanden sich auf Anhieb und nach ein paar Monaten stand ein kleines, aber feines Repertoire bereit um erstmals der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Der Aufwand war bewusst klein gehalten: es gab Rolph, Werner, Mario und Rolv, drei akustische Gitarren und einen Bass mit einem Mini-Verstärker. Gesungen wurde damals noch ohne Mikrofone. Dafür waren wir aber in der Lage, die Proben reihum im Wohnzimmer abzuhalten ohne der jeweiligen Nachbarschaft zu sehr auf den Geist zu gehen.
Die Nachteile dieses minimalistischen Ansatzes wurden allerdings im Sommer 2003, anlässlich der Gartenparty zu Werners 40. Geburtstag offenbar, als wir die einstudierten Songs erstmals einem kleinen Publikum präsentierten. Da keiner von uns über eine ausgebildete Gesangsstimme verfügt, konnte sich der Leadgesang kaum gegen die Instrumente durchsetzen. Konsequenzen aus dieser Erfahrung wurden jedoch zunächst einmal nicht gezogen – wir haben einfach fleißig weiter geprobt.
2005 reifte dann die Idee mit den mittlerweile erarbeiteten Coversongs im etwas größeren Rahmen aufzutreten. Ein Proberaum und die Möglichkeit elektrisch verstärkt spielen und proben zu können wurde benötigt. Rolv sprach mit seinem Freund Norbert Dahm den er seit den Cadillacs-Tagen kennt und kurz darauf, fand die erste „verstärkte“ Probe in Norberts Proberaum (in Insiderkreisen auch „Ballerbud“ genannt) statt. Die „Ballerbud“ ist eigentlich ein umfunktionierter, rustikaler Partyraum in einer alleinstehenden, großen Garage und mit allen Finessen ausgestattet die Musikerherzen höher schlagen lassen.
Es war dann auch Norbert, der eines Tages nach der Spätschicht im Proberaum erschien und meinte: „Dat wat Ihr he maat is vill ze schaad für üch alleen. Ihr moot ens e paar Konzerte maache!“. Und dann ging alles furchtbar schnell. Norbert, der kein Freund großer Worte sondern eher für seine zupackende Art bekannt ist, organisierte im Handumdrehen für den März 2006 einen ersten Gig in seiner „Ballerbud“ zu dem eine Menge Freunde und Bekannte eingeladen wurden. Kleinere Probleme, wie der bis dahin noch fehlende Bandname, wurden rasch und pragmatisch gelöst. Der Abend wurde ein voller Erfolg und der Grundstein für weitere Taten war gelegt.
Unser zweiter unplaqued-Auftritt fand am gleichen Ort ein halbes Jahr später statt, mit etwas größerem Aufwand aber dem gleichen Erfolg. Wir hatten einige Wochen zuvor schon mal darüber nachgedacht uns ein wenig zu vergrößern - es fehlte einfach ein wenig rhytmische Unterstützung. Aber ein Schlagzeug kam wegen der zu erwartenden Lautstärke nicht in Frage, eher Percussion. Als Norbert von unseren Überlegungen Wind bekam spielte er kurzerhand Schicksal und lud seinen Arbeitskollegen Christian „Jogi“ Junker zu unserem Konzert ein. Im Laufe des Abends kamen wir ins Gespräch und zu der Überzeugung, dass unser neu einstudiertes "Hotel California" vom "Hell freezes over"-Album ja kaum ohne die charakteristischen Percussionsounds spielbar sei. Und natürlich stand ganz zufällig im Nebenraum ein Paar Congas und Christian wurde umgehend aufgefordert sein Können unter Beweis zu stellen. Seit diesem Abend ist er das fünfte unplaqued-Mitglied.
Es ging weiter mit Gigs in loser Folge an den verschiedensten Orten: Auf den unplugged-Abenden in Kall-Golbach waren wir genauso vertreten wie im „Paddy´s Night Out“ in Sinzenich. Vorläufiges Highlight war das Open-Air Konzert in Weidesheim im urigen Hof von Cilly Belter.
Im Herbst 2008 trennte sich Mario von der Band und Rene Moitzheim nahm seinen Platz am Bass ein. Da wir nun über eine Gesangsstimme weniger verfügten, wurde das Repertoire gründlich umgebaut und dabei auch entstaubt. Im Juni 2009 fand der erste Gig mit der bis heute aktuellen Besetzung statt ...
Wir hoffen, dass wir diese Historie in ein paar Jahren noch um weitere Anekdoten erweitern können. Den Spaß am Musik machen haben wir jedenfalls noch lange nicht verloren und ein Ende ist noch nicht in Sicht ...


